Wenn sich alles dreht und nichts mehr geht !
Schwindel kann plötzlich auftreten oder zu einem dauerhaften Begleiter werden. Viele Betroffene fühlen sich im Alltag stark eingeschränkt. Einfache alltägliche Dinge werden zur Herausforderung.
Doch Schwindel ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen Ursachen. In meiner Praxis biete ich eine spezialisierte Schwindeltherapie an (IVRT-zertifiziert). Eine gezielte Untersuchung und eine individuell abgestimmte Therapie können helfen, die Ursachen zu erkennen und Beschwerden nachhaltig zu verbessern.
Im Nachfolgenden werden einige mögliche Ursachen und Schwindelformen erklärt.
1) BPLS (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel)
Wer einmal einen plötzlichen Drehschwindel erlebt hat, der weiß wie unangenehm er ist, wieviel Angst er auslöst und wie hilflos man sich fühlt.
Doch was geschieht in dem Moment im Körper?
BPLS tritt vor allem im mittleren und höheren Lebensalter auf. Die Erkrankung wird durch Caciumcarbonatkristalle, sog. Otolithen, ausgelöst. Sie lösen sich aus dem Utriculus (einem Teil des Innenohrs) und wandern in einen der drei Bogengänge, wo sie dann den zum Teil heftigen Drehschwindel auslösen. Dies kann durch bestimmte Kopfbewegungen, beim Hinlegen oder Aufrichten sowie beim Umdrehen im Bett geschehen.
Um den Schwindel zu stoppen, müssen die Otolithen wieder in den Utriculus geleitet werden. Dies kann durch bestimmte Befreiungs- oder Lagerungsmanöver erreicht werden. In den meisten Fällen ist nur eine Behandlung notwendig.
Da es häufig schwierig ist, zeitnah Hilfe bei einem Haus- oder Facharzt zu erhalten, geschweige denn den Weg in die Praxis überhaupt zu bewältigen, biete ich Hausbesuche als Notfalltermin an.
Sprechen Sie mich gerne an.
Weitere Formen von Schwindel
Neben dem BPLS gibt es weitere Formen von Schwindel, wie beispielsweise die vestibuläre Hypofunktion. Sie äußert sich v.a. durch Schwankschwindel beim Gehen und Stehen und der Oszillopsie (unscharfes Sehen) bei schnellen Kopf- und Körperbewegungen. Im Gegensatz zum BPLS erfordern diese Schwindelformen ein individuell angepasstes Rehabilitationsprogramm. Dieses erarbeite ich, strukturiert und zielgerichtet, gemeinsam mit Ihnen in meiner Praxis.
Ursachen der vestibulären Hypofunktion:
2) Neuritis vestibularis
Bezeichnet eine akute Funktionsstörung / Entzündung des Gleichgewichtsnervs (8. Hirnnerv) durch einen Virus im Innenohr. Sie tritt plötzlich und ohne Vorwarnung auf und führt zu starkem, massiven Schwindel (akute Phase) mit Übelkeit und Erbrechen. Gehen / Stehen ist kaum noch möglich.
In der chronischen Phase können Gleichgewichtsprobleme v.a. als Schwank- und Gangunsicherheit bestehen bleiben. Schnelle Kopf- und Körperbewegungen lösen eine sog. Oszillopsie (unscharfes Sehen) aus. Für die chronische Phase empfiehlt sich ein vestibuläres Rehabilitationsprogramm.
3) M. Menière
Bezeichnet eine Erkrankung des Innenohrs, bei der es zu wiederkehrenden Schwindelattacken kommt. Die Anfälle treten oft plötzlich auf und können Betroffene im Alltag stark einschränken. Typische Zeichen sind anfallsartiger Drehschwindel, der meistens 20 Minuten bis zu mehreren Stunden anhält. Ebenso zeigen sich eine Hörminderung sowie Ohrgeräusche (Tinnitus) und ein Druckgefühl im betroffenen Ohr.
Momentan geht man ursächlich von einer Störung der Flüssigkeitsregulation im Innenohr aus.
Wichtig ist zu wissen, dass eine vestibuläre Rehabilitationstherapie keinen Einfluss auf M. Menière hat. Aber M. Menière kann im späteren Verlauf zu einer vestibulären Hypofunktion führen und diese Symptome sind wiederum mit der VRT therapierbar.
4) Ototoxizität
Unter Ototoxizität versteht man eine Schädigung des Innenohrs (v.a. der Sinneshaarzellen) durch bestimmte Medikamente und chemische Substanzen (Chemotherapeutika, best. Antibiotika, Diuretika etc. ). Manche Schädigungen sind reversibel, manche irreversibel. Dies führt zu einer vestibulären Hypofunktion, die mit einer VRT behandelt werden kann.
5) PPPD - persistent postural-perzeptiver Schwindel
Ist eine der häufigsten Ursachen für chronischen Schwindel (20%),die aber oft unerkannt bleibt. PPPD führt zu einem sehr hohen Leidensdruck mit großen Einschränkungen im täglichen Leben.
Er entsteht meistens nach einer anderen Schwindelerkrankung (BPLS, Neuritis vestibularis etc.) aber auch nach Traumen oder stressreichen, belastenden Situationen (Herzinfarkt, Panikattacken etc. ). Auch wenn die ursprüngliche Ursache bereits abgeklungen ist, bleibt das Gleichgewichtsorgan überempfindlich. Das Gehirn verarbeitet Bewegungs-und Gleichgewichtsinformationen dann anders als zuvor, wodurch die Schwindelwahrnehmung bestehen bleiben kann. Sprich, eine Adaption des Gehirns findet nicht statt.
Der Schwindel bei PPPD zeigt sich vorwiegend als Schwankschwindel und Gangunsicherheit der über längere Zeiträume (Stundenlang) mal stark, mal weniger stark vorhanden ist. An den meisten Tagen mindestens 3 Monaten oder länger. Die Symptome treten ohne Provokation auf, werden aber durch aufrechte Körperhaltung, aktive/passive Bewegung und durch visuelle Reize oder Muster (z.B. Teppichmuster) verstärkt.
Die Therapie sollte sich multimodal gestalten.
- Patientenedukation (Aufklärung), "was passiert überhaupt mit mir"
- kognitive Verhaltenstherapie ( Ängste bewältigen, Meidungsverhalten abbauen )
- medikamentöse Therapie (Antidepressiva um die Reizverarbeitung im Gehirn zu regulieren)
- vestibuläre Rehabilitationstherapie ( je nach Symptomen Gleichgewichts- und Habituationsübungen um das Gehirn wieder an Reize zu gewöhnen)